Hinweise zur Entwurmung beim Pferd

14.01.2011 00:00 von Ricarda Dill

Die sog. Wurmkur ist ein stark wirksames Medikament, das Ihr Tier nur bekommen sollte, wenn es tatsächlich Würmer hat. In anderen Fällen ist das Entwurmungsmedikament eine überflüssige Belastung des Organismus mit Medikamenten. Es gibt außerdem keine vorbeugende Behandlung gegen Würmer.

Der gängige Rat beim Tierarzt und in Pferdezeitschriften lautet, ein Pferd mindestens zwei Mal pro Jahr zu entwurmen. Grundsätzlich gilt aber: die Wurmkur ist keine “Kur”, sondern ein rezeptpflichtiges Medikament. Als solches hat es Nebenwirkungen und kann wie jedes andere Medikament auch Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Daher sollten Sie dieses Medikament nur einem Tier verabreichen, das auch wirklich Würmer hat. Ganz besonders gilt das für Tiere, die bereits eine Vorgeschichte von Medikamenten- oder Futtermittelunverträglichkeiten, Hautkrankheiten oder anderen chronischen Krankheiten, z.B. chronischer Durchfall, Sommerekzem etc., haben.

 

Es ist sehr einfach festzustellen, ob ein Tier Würmer hat. Entweder sehen Sie sie bereits mit bloßem Auge oder Sie lassen den Kot untersuchen. Für die Kotuntersuchung empfiehlt es sich, Kot (jeweils etwa in der Menge eines Teelöffels) von drei Tagen zu sammeln. Es gibt dafür im Medizinbedarf besondere Behälter, ein ausgedientes, aber gut ausgespültes Marmeladenglas (am besten auskochen) tut es aber auch. Achtung: der Behälter sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden (die niedrige Temperatur hemmt das Wurmwachstum).

 

Die Untersuchung erfolgt entweder unmittelbar beim Tierarzt oder in einem Labor. In Ostwestfalen-Lippe können Sie als Tierhalter die Kotprobe selbst beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt OWL (CVUA) in Detmold abgeben und eine parasitologische Untersuchung in Auftrag geben. Das Formular für den Untersuchungsauftrag kann man auf der Homepage des CVUA herunterladen. Die Kosten für eine parasitologische Untersuchung bei einem Pferd liegen je Tier unter 10 €. Selbstverständlich können Sie eine Kotuntersuchung auch über meine Praxis in Auftrag geben.

 

Sollte die Probe positiv sein, also Hinweise auf einen Parasitenbefall zeigen, sollten Sie mit Ihrem Tierheilpraktiker oder Ihrem Tierarzt das Ergebnis besprechen und mögliche Maßnahmen beraten. Achtung: Ist das Ergebnis negativ, heißt dies nicht, dass Ihr Tier keine Würmer hat. Darmparasiten entwickeln sich zyklisch, d.h. es kann mehrere Tage und sogar Wochen geben, in denen sich die Würmer im Darm nicht nachweisen lassen. Wenn Sie jedoch in regelmäßigen Abständen, z.B. von 3 – 6 Monaten, Kotproben Ihres Tiers untersuchen lassen und die Befunde wiederholt negativ sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Tier trotzdem Parasiten hat. Entscheidend ist dann, ob Sie andere Symptome an Ihrem Tier beobachten, die auf einen Parasitenbefall hindeuten, wie z.B. Leistungsabfall, Abmagerung, Schwäche, schlechtes Haarkleid, Durchfall, Verdauungsstörungen etc.

 

Entgegen der landläufigen Meinung gibt keine prophylaktische (vorbeugende) Entwurmung! Das Anti-Wurm-Medikament wirkt nur auf die aktuell vorhandenen Parasiten ein. Es bietet keinen Schutz vor einem Parasitenbefall für die Zukunft.

 

Eine gängige Praxis ist es, bei Durchfallerkrankungen und Abmagerung “vorsichtshalber” ein Anti-Wurm-Medikament zu verabreichen. Geht es dem Tier anschließend besser, hat man damit gleichzeitig eine Diagnose gestellt. Verbessert sich der Zustand jedoch nicht, hat man dem ohnehin geschwächten Tier ein unnötiges Medikament verabreicht und wertvolle Zeit für eine gezielte Diagnosestellung verloren.

 

Dr. iur. Ricarda Dill

Heilpraktikerin, Tierheilpraktikerin

www.tierheilkunde-owl.de

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